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Euer Verein hat einen Tennisplatz, der unter der Woche meistens leer steht, und im Vorstand fällt plötzlich das Wort Padel? Kenne ich nur zu gut. Die erste Frage ist dann immer dieselbe: Wie viele Padel Plätze passen auf einen Tennisplatz? Die Antwort hängt an ein paar Metern Breite, die in keinem Prospekt stehen. Ich rechne dir die Fläche sauber vor und zeige dir, wie der Umbau abläuft, was er kostet und welche Erfahrungen Vereine schon gemacht haben.
Wie viele Padel Plätze auf einen Tennisplatz passen, hängt von der Breite ab: Mit rund 22 m Breite sind es zwei. Die Courts liegen dann quer, wie im Planungsbeispiel des Deutschen Tennis Bunds (DTB). Das genormte Bruttomaß eines Tennisplatzes ist aber nur 36,57 × 18,27 m. Ohne die zusätzlichen rund 4 m Breite passt nur ein Doppelcourt plus ein schmaler Single Court. Rein nach Fläche wären es knapp drei.
Auf einen Tennisplatz passen zwei Padel Plätze, sofern ihr die Fläche in der Breite auf rund 22 m erweitern könnt. Dann liegen die Courts quer zum alten Tennisfeld. Der DTB zeigt in seinem Leitfaden MyPadel genau dieses Beispiel: zwei Courts mit je 10 m Breite, 1,4 m und 2,8 m Freiraum und noch rund 10 m Restfläche auf 35,6 m Länge. Pauschal spricht der DTB von „zwei bis drei Padel Courts“ pro Tennisplatz.
Der Haken steckt im Kleingedruckten. Das genormte Bruttomaß eines Tennisplatzes ist nur 18,27 m breit. Ein Padel Court ist mit Rahmen rund 21 m lang, quer passt er also nicht hinein. Bleibt es bei 18,27 m, passt längs genau ein Doppelcourt, daneben mit sehr knappem Abstand ein Single Court. Viele Anlagen haben neben dem Zaun noch etwas Luft, prüft deshalb zuerst, ob ihr die fehlenden Meter gewinnen könnt.
| Fläche | Maße brutto (ca.) | Padel Doppelcourts | Courts pro Tennisplatz |
|---|---|---|---|
| 1 Tennisplatz, Normmaß | 36,6 × 18,3 m | 1, optional plus 1 Single Court (knapp) | 1 bis 1,5 |
| 1 Tennisplatz, auf 22 m verbreitert (DTB-Beispiel) | 35,6 × 22 m | 2 quer, plus rund 10 m Restfläche | 2 |
| 2 Tennisplätze nebeneinander | 36,6 × 36,5 m | 3 | 1,5 |
| 3 Tennisplätze nebeneinander | 36,6 × 54,8 m | 6 | 2 |
Ein Tennisplatz braucht inklusive Auslauf brutto 36,57 × 18,27 m, also rund 668 m². Ein Padel Court hat eine Spielfläche von 20 × 10 m, mit Glaswänden, Gitter und Verankerung kommt er auf rund 21 × 11 m, also etwa 231 m². Die Lawn Tennis Association (LTA), der britische Tennisverband, setzt als Mindest-Außenmaß 20,8 × 10,8 m an und empfiehlt 1,5 m Abstand zwischen zwei Courts.
Teilst du 668 m² durch 231 m², kommst du auf 2,9 Courts. Ein Court lässt sich aber nicht zerschneiden. Entscheidend ist, ob Länge und Breite gleichzeitig passen. Ein Tennisplatz im Normmaß ist mit gut 18 m zu schmal für quer liegende Courts und mit 36,6 m zu kurz für zwei Courts hintereinander. Erst mit rund 22 m Breite passen zwei Courts quer, und ab drei Plätzen nebeneinander lassen sich zwei Reihen mit je drei Courts unterbringen. Liegen eure Plätze in einer Reihe mit gemeinsamem Seitenauslauf, ist die Gesamtfläche etwas kleiner. In den Beispielen oben bleibt es trotzdem bei drei beziehungsweise sechs Courts.
Boris‘ Fehler der Woche: Mit Quadratmetern planenIch höre oft: „Unser Platz hat fast 670 m², da kriegen wir locker drei Courts drauf.“ Leider nein. Plant immer mit einer maßstäblichen Skizze und dem echten Aufmaß eures Geländes, inklusive Zaun, Lichtmasten und Fluchtwegen. Erst dann wisst ihr, ob ein oder zwei Courts realistisch sind.
Wie groß das Spielfeld innen genau ist, wo die Aufschlaglinien liegen und wie hoch die Wände sind, erklären wir im Beitrag Padel Spielfeld. Für Vereine mit wenig Platz ist der Single Court mit 20 × 6 m spannend. Wie sich darauf spielt, zeigt unser Beitrag Padel zu zweit.
Für viele Vereine lohnt sich der Umbau, wenn ein Tennisplatz schlecht ausgelastet ist. Auf einem Tennisplatz spielen meist zwei, höchstens vier Personen. Auf einem Padel Court spielen immer vier. Mit zwei quer liegenden Courts spielen acht Personen gleichzeitig auf der Fläche eines Tennisplatzes, bei sechs Courts auf drei Plätzen sind es 24 statt maximal 12. Der DTB rechnet mit durchschnittlich 32 Euro Platzmiete pro Court und Stunde.
Padel ersetzt Tennis dabei nicht, es ergänzt es. Viele Tennisspieler wechseln zwischen beiden Sportarten. Wo die Unterschiede auf dem Court liegen, steht in Padel vs Tennis.
Der Umbau eines Tennisplatzes zu Padel braucht ein neues, tragfähiges Fundament, in den meisten Fällen eine Baugenehmigung und deutlich mehr Vorlauf als die eigentliche Montage. Laut DTB können von der ersten Idee bis zur Eröffnung eineinhalb bis zwei Jahre vergehen. Für Fundament und Montage selbst kalkuliert der DTB sechs bis acht Wochen.
Nehmt das echte Aufmaß inklusive Zaun, Masten und Zugängen. Daraus entsteht eine maßstäbliche Skizze, die zeigt, ob ein Doppelcourt, ein Single Court oder mehrere Courts passen.
Holt die Mitgliederversammlung früh ins Boot. Prüft Zuschüsse über Landessportbund, Kommune oder EU-Programme sowie Sponsoring, Crowdfunding oder eine Umlage.
Außer bei mobilen Anlagen ist meist eine Genehmigung nötig. Schallschutz, Lichtemissionen und Abstände zur Nachbarschaft sind die häufigsten Themen.
Ein Sandplatz trägt keinen Court. Nötig ist ein ebenes, frostsicheres und drainfähiges Fundament, oft aus Drainbeton mit Streifenfundament für die Pfosten.
Stahlrahmen, Sicherheitsglas, Gitter und Kunstrasen mit Quarzsand kommen auf das fertige Fundament. Für Abendbetrieb planen Vereine meist vier LED-Flutlichtmasten pro Court.
Buchungssystem, Preise für Mitglieder und Gäste, Schnupperkurse und ein Ansprechpartner für die Sparte entscheiden darüber, wie schnell sich der Court füllt.
Ob Outdoor oder überdacht: Die Bauweise verändert auch das Spielgefühl. Was das für Spieler bedeutet, erklären wir im Beitrag Indoor oder Outdoor Padel.
Wir planen und bauen Padel Courts gemeinsam mit dem spanischen Hersteller Manzasport aus Valencia, vom Single Court bis zum Panorama Court. Schick uns das Aufmaß eures Tennisplatzes, wir melden uns mit einer ersten Einschätzung zu Layout und Kosten.
Ein Outdoor Padel Court kostet laut DTB-Leitfaden komplett rund 60.000 bis 80.000 Euro. Der größte Block neben dem Court selbst ist das Fundament, weil der alte Tennisbelag nicht als Unterbau taugt. Dazu kommen Planung, Genehmigung und laufende Kosten.
| Kostenblock | Spanne laut DTB |
|---|---|
| Planung und Genehmigung | 5.000 bis 10.000 Euro |
| Erdarbeiten und Fundament | 30.000 bis 40.000 Euro |
| Court inkl. Lieferung und Montage | 30.000 bis 40.000 Euro |
| Outdoor-Court gesamt | 60.000 bis 80.000 Euro |
| Wartung pro Jahr | 1.000 bis 2.000 Euro |
| Strom pro Jahr | 1.500 bis 3.000 Euro |
| Versicherung pro Jahr | 1.000 bis 2.000 Euro |
Zur Einordnung ein vereinfachtes Beispiel mit angenommenen Werten: Zwei Outdoor-Courts sind an 200 Tagen im Jahr (der DTB nennt 200 bis 220 Nutzungstage outdoor) je vier Stunden gebucht, im Schnitt für 22 Euro. Das ergibt 2 × 200 × 4 × 22 = 35.200 Euro Platzmiete im Jahr, vor Wartung, Strom und Versicherung. Laut DTB liegen Stundenpreise zwischen rund 20 Euro outdoor und 40 Euro indoor. Wer gleich eine ganze Halle plant, findet die Kalkulation im Beitrag Padel Halle eröffnen.
Die Erfahrungen deutscher Tennisvereine mit Padel sind überwiegend positiv, vor allem bei der Mitgliederentwicklung. Der DTB stellt in seinem Leitfaden zwei Beispiele vor.
Mehr als 200 neue Padel-Mitglieder in zwei Jahren. Die Mitgliederzahl stieg von 328 (2023) auf 569 (2025), der Jahresumsatz um über 50.000 Euro.
Rund 140 neue Padel-Mitglieder in drei Jahren, Mitglieder von 164 (2023) auf 231 (2025). Investition rund 200.000 Euro bei 40 bis 45 Prozent Förderquote.
Laut PadelCompass sind mindestens 193 der 599 deutschen Padel-Anlagen an einen Verein angebunden (Stand Juli 2026).
Ein leerer Tennisplatz am Dienstagabend ist keine Tradition, sondern verschenkte Fläche.
Boris Brodbeck Der vom CourtDer Padel Boom in Deutschland läuft zu einem großen Teil über Tennisvereine. Von rund 130 Courts im Februar 2023 ging es auf rund 1.910 Courts im Juli 2026. Alle aktuellen Zahlen zu Courts, Spielern und Ligen haben wir im Beitrag Padel Wachstum gesammelt. Wie Liga- und Turnierbetrieb im Verband organisiert sind, steht in Padel in Deutschland.
Ein Tennisplatz wird nicht automatisch zu drei Padel Courts. Zwei Courts sind realistisch, wenn ihr in der Breite auf rund 22 m kommt. Bleibt es beim Normmaß von gut 18 m, bekommt ihr einen Doppelcourt und mit knappem Maß noch einen Single Court dazu. Richtig effizient wird es, wenn ihr zwei oder drei nebeneinanderliegende Plätze gemeinsam plant. Mein Rat an jeden Vereinsvorstand: Aufmaß nehmen, Skizze im Maßstab machen, Förderung prüfen und früh mit der Gemeinde sprechen. Dann ist Padel im Tennisverein eine der besten Investitionen, die ein Verein gerade machen kann. Und wenn ihr Unterstützung wollt: Sprich uns an, wir bauen eure Courts gemeinsam mit Manzasport.
Leihschläger für Schnupperkurse, Einsteigermodelle für neue Mitglieder: Wir beraten Vereine gern.
Ein Tennisplatz braucht inklusive Auslauf brutto rund 36,6 × 18,3 m, also etwa 668 m². Ein Padel Court hat eine Spielfläche von 20 × 10 m und benötigt mit Wänden und Verankerung rund 21 × 11 m, also etwa 231 m². Rein rechnerisch ist ein Tennisplatz knapp dreimal so groß.
Ja, wenn die Fläche rund 22 m breit ist. Dann liegen zwei Courts quer, wie im Planungsbeispiel des Deutschen Tennis Bunds. Im Normmaß von 18,27 m Breite passen zwei Doppelcourts nicht, weil ein Court mit Rahmen rund 21 m lang ist. Dann bleibt es bei einem Doppelcourt plus einem schmalen Single Court mit sehr knappem Abstand.
Nein. Ein Tennen- oder Sandplatz ist als Unterbau für einen Padel Court nicht geeignet. Der Altbelag wird entfernt, anschließend entsteht ein ebenes, frostsicheres und drainfähiges Fundament, meist aus Drainbeton mit Streifenfundament. Erst darauf werden Stahlrahmen, Glas und Kunstrasen montiert.
In den meisten Fällen ja, ausgenommen sind oft mobile Anlagen. Die Bauämter prüfen vor allem Schallschutz, Lichtemissionen und Abstände zur Nachbarschaft. Laut Deutschem Tennis Bund können von der ersten Idee bis zur Eröffnung eineinhalb bis zwei Jahre vergehen, die Genehmigung ist dabei oft der längste Schritt.
Infrage kommen Zuschüsse der Landessportbünde, kommunale Sportförderung und EU-Programme. Viele Vereine kombinieren das mit Sponsoring, Crowdfunding, privaten Investoren oder einer Umlage. Ein Beispiel aus dem DTB-Leitfaden: Der TC Neuberg investierte rund 200.000 Euro bei einer Förderquote von 40 bis 45 Prozent.
Ein Single Court hat eine Spielfläche von 20 × 6 m, also 4 m weniger Breite als ein Doppelcourt. Mit Wänden und Verankerung sind rund 21 × 7 m einzuplanen. Damit passt er neben einen Doppelcourt auf einen Tennisplatz, allerdings nur mit sehr knappem Abstand.
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