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„Padel? Ist das nicht so was wie Squash zu viert?“ Die Frage höre ich ständig, und ganz falsch ist sie nicht. Bei Padel vs Squash spielst du beide Male in einem geschlossenen Raum, und die Wände gehören zum Spiel. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch fast schon. Ich zeige dir, wie sich Court, Ball, Schläger und Regeln unterscheiden, was anstrengender ist und welcher Sport zu dir passt. Der Beitrag ist für Einsteiger und alle, die vom Squash rüberschauen.
Padel vs Squash: Padel hat ein Netz, wird fast immer im Doppel auf einem 20 × 10 m großen Court gespielt und nutzt die Wände erst nach dem Aufsprung. Squash hat kein Netz, wird meist im Einzel auf 9,75 × 6,40 m gespielt, und der Ball muss direkt die Frontwand treffen. Padel ist leichter zu lernen, Squash ist intensiver und anstrengender.
Netz in der Mitte, Glas und Gitter rundum, fast immer Doppel. Gezählt wird wie im Tennis.
Kein Netz, vier Wände, meist Einzel. Gespielt wird gegen die Frontwand, bis 11 Punkte.
Der größte Unterschied ist das Netz: Padel spielst du über ein Netz ins gegnerische Feld, Squash gegen eine gemeinsame Frontwand. Daraus ergibt sich fast alles andere, vom Spielformat bis zur Belastung. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Kriterien.
| Merkmal | Padel | Squash |
|---|---|---|
| Court | 20 × 10 m (200 m²) | 9,75 × 6,40 m (rund 62 m²) |
| Netz | Ja, 88 cm in der Mitte | Nein |
| Wände | Glas und Gitter, nach dem Aufsprung nutzbar | Vier Wände, Frontwand direkt bespielt |
| Spielform | Fast immer Doppel | Meist Einzel |
| Ball | Druckball mit Filz, ähnlich Tennisball | Kleiner Gummiball, 40 mm |
| Schläger | Gelocht, ohne Saiten, max. 45,5 cm | Besaitet, max. 68,6 cm, max. 255 g |
| Zählweise | 15, 30, 40, Spiel, Satz | Jeder Ballwechsel zählt, bis 11 Punkte |
| Einstieg | Sehr leicht | Mittel |
| Intensität | Mittel bis hoch | Sehr hoch |
Squash und Padel unterscheiden sich vor allem in Netz, Spielformat und der Art, wie die Wände genutzt werden. Beide spielen in einem umschlossenen Raum, aber mit völlig anderer Logik. Fangen wir mit dem an, was sie verbindet.
Beide Sportarten werden in einem geschlossenen Court gespielt, und in beiden sind die Wände Teil des Spiels. Auch das Grundprinzip ist gleich: den Ball so spielen, dass der Gegner ihn nicht mehr zurückbekommt. Oft wird Padel deshalb als Mischung aus Tennis und Squash beschrieben. Historisch belegt ist vor allem, dass Enrique Corcuera seinen ersten Court 1969 in Acapulco mit Wänden umgab, damit der Ball nicht auf das Nachbargrundstück flog. Die ganze Geschichte liest du im Beitrag Woher kommt Padel?
Padel hat ein Netz in der Mitte wie beim Tennis, Squash nicht. Beim Squash teilen sich beide Spieler denselben Raum und spielen abwechselnd gegen die Frontwand. Beim Padel hat jedes Team seine eigene Hälfte, und die Wände kommen erst ins Spiel, nachdem der Ball im eigenen Feld aufgesprungen ist. Dazu kommt das Format: Padel ist fast immer Doppel, Squash meist Einzel. Squash-Doppel gibt es zwar, gespielt wird es aber auf einem eigenen, größeren Court und eher selten.
Ein Padel-Court ist mehr als dreimal so groß wie ein Squash-Court, aber auf vier Spieler verteilt. Pro Spieler hast du beim Padel rund 50 m², beim Squash rund 31 m². Das erklärt einen Teil des Tempounterschieds.
Beim Squash ist die Frontwand das Ziel. Unten verläuft das Tin, ein 48 cm hohes Blech, das wie ein Netz am Boden wirkt. Oben begrenzt eine Auslinie in 4,57 m Höhe das Spielfeld. Seiten- und Rückwand darfst du direkt anspielen, solange der Ball danach die Frontwand trifft. Beim Padel bestehen Rückwand und Teile der Seitenwände aus Glas, dazwischen und darüber hängt Gitter. Ein Ball darf erst nach dem Aufsprung im Feld an die Wand prallen. Trifft er die Wand des Gegners direkt, ist er aus. Alle Maße und Linien findest du im Beitrag zum Padel Spielfeld, die Wandregeln im Detail unter Padel Regeln an der Wand.
Boris‘ Fehler der Woche: direkt auf die Wand zielenKenne ich nur zu gut von Squash-Umsteigern: Der Reflex sagt „ab in die Ecke, an die Wand“. Trifft dein Ball beim Padel aber die Glaswand des Gegners, bevor er in dessen Feld aufspringt, ist der Punkt weg. Abhilfe: Ziel auf den Boden kurz vor der Ecke. Springt der Ball dort auf und läuft dann ins Glas, wird er für den Gegner richtig unangenehm.
Padel spielst du mit einem kurzen, gelochten Schläger und einem druckvollen Filzball, Squash mit einem langen, leichten besaiteten Schläger und einem kleinen Gummiball. Auch die Zählweise ist völlig anders.
Ein Padelschläger ist laut Regelwerk höchstens 45,5 cm lang und 38 mm dick, hat einen Schaumkern und keine Saiten. Die meisten Modelle wiegen 340 bis 380 g. Ein Squashschläger darf bis zu 68,6 cm lang und höchstens 255 g schwer sein, die meisten sind deutlich leichter. Er ist besaitet und schlank, damit du aus engen Ecken noch an den Ball kommst. Wie du einen Padelschläger auswählst, erklärt unsere Padel Schläger Kaufberatung.
Der Padelball ähnelt einem Tennisball, hat aber etwas weniger Druck. Der Squashball ist ein kleiner Gummiball mit 40 mm Durchmesser, der kaum springt, solange er kalt ist. Er muss erst warmgespielt werden. Im Wettkampf nutzt man meist den Ball mit zwei gelben Punkten, den langsamsten Typ. Mehr zu Padelbällen findest du unter Padel Bälle.
Padel zählt wie Tennis: 15, 30, 40, Spiel, Satz. Aufgeschlagen wird von unten, nach einmaligem Aufprall, diagonal ins Aufschlagfeld. Squash zählt nach dem Rally-Point-System: Jeder Ballwechsel bringt einen Punkt, ein Spiel geht bis 11 mit zwei Punkten Vorsprung, ein Match meist über drei Gewinnspiele. Aufgeschlagen wird aus einem Aufschlagfeld gegen die Frontwand, oberhalb der Aufschlaglinie in 1,78 m Höhe. Alle Padel-Regeln erklärt unser Beitrag Padel Regeln.
Squash ist anstrengender. Du spielst meist allein auf engem Raum, der Ball kommt sehr schnell zurück, und es gibt kaum Pausen zwischen den Schlägen. Squash gilt deshalb als eine der intensivsten Rückschlagsportarten überhaupt.
Padel ist im Doppel deutlich gemäßigter. Du teilst dir das Feld, die Ballwechsel sind länger, aber ruhiger, und zwischen den Punkten bleibt Zeit zum Durchatmen. Trotzdem ist Padel kein Spaziergang: Viele kurze Antritte, Richtungswechsel und Überkopfschläge fordern Beine, Rumpf und Schulter. Wie viel Energie du dabei verbrauchst, hängt stark von Niveau und Spielweise ab. Einen Überblick gibt unser Beitrag zum Kalorienverbrauch beim Padel. Wer gezielt fitter werden will, findet passende Übungen unter Padel Fitness.
Nach 45 Minuten Squash bist du platt. Nach 90 Minuten Padel willst du noch ein Match.
Boris BrodbeckDer vom CourtPadel ist deutlich leichter zu lernen. Die ersten Ballwechsel gelingen oft schon in der ersten Stunde, weil der Ball langsamer ist, der Schläger kurz ist und die Wände helfen, den Ball im Spiel zu halten. Squash verlangt mehr Kondition, Präzision und ein gutes Auge für Winkel, bevor ein Match richtig Spaß macht.
Beim Padel spielst du schon erste Ballwechsel im Doppel. Beim Squash kämpfst du oft noch mit dem kalten Ball und der Frontwand.
Beim Padel nutzt du die Rückwand und gehst ans Netz. Beim Squash werden Länge und Tempo konstanter.
Beim Padel entscheiden Taktik, Lob und Bandeja. Beim Squash Ausdauer, Präzision und das Spiel in die Ecken.
Als Squashspieler bringst du ein sehr gutes Ballgefühl mit. Umgewöhnen musst du dich vor allem an das Netz, an das Doppel und daran, dass der Ball erst nach dem Aufsprung an die Wand darf. Wie der Einstieg Schritt für Schritt klappt, zeigt unser Guide Padel spielen lernen.
Boris‘ TippWenn du vom Squash kommst, such dir für die ersten Matches einen Partner, der schon etwas Padel spielt, und überlass ihm die Absprachen. Du konzentrierst dich nur auf zwei Dinge: Ball über das Netz und nach jedem guten Schlag nach vorne. Probier es beim nächsten Match einfach aus.
Squash passt zu dir, wenn du ein hartes, schnelles Einzeltraining suchst. Padel passt, wenn du Spaß in der Gruppe, schnelle Erfolgserlebnisse und ein taktisches Spiel willst.
Squash bekommt übrigens neuen Rückenwind: Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles steht es erstmals im Programm. Padel ist noch nicht olympisch, wächst in Deutschland aber deutlich schneller. Wie sich der Sport hierzulande entwickelt, liest du unter Padel Boom in Deutschland. Und wer den Vergleich zum Tennis sucht, findet ihn im Beitrag Padel vs Tennis. Einen Court in deiner Nähe findest du mit unserem Padel Hallen-Finder.
Padel vs Squash ist ein Vergleich zweier Wandsportarten, die sich ganz unterschiedlich anfühlen. Squash ist das intensive Einzeltraining für alle, die sich auspowern wollen. Padel ist sozialer, taktischer und viel leichter zugänglich. Meine Antwort ist fast immer: Für Einsteiger und alle, die Sport mit Freunden suchen, führt kaum ein Weg an Padel vorbei. Squashspieler finden sich dank ihres Ballgefühls sogar besonders schnell zurecht.
Finde deinen ersten Schläger. Für den Start sind runde, verzeihende Modelle die beste Wahl.
Nein. Beide nutzen Wände, aber Padel hat ein Netz, wird fast immer im Doppel gespielt und nutzt die Wände erst nach dem Aufsprung im eigenen Feld. Squash wird meist im Einzel ohne Netz gegen eine gemeinsame Frontwand gespielt. Auch Schläger, Ball und Zählweise unterscheiden sich deutlich.
Nein. Ein Squash-Court ist mit 9,75 × 6,40 m viel zu klein und hat kein Netz. Ein Padel-Court braucht 20 × 10 m, Glaswände an den Stirnseiten und Gitter an den Seiten. Manche Anlagen bauen aber ehemalige Squash- oder Tennisflächen zu Padel-Courts um.
Ja. Squashspieler bringen ein sehr gutes Ballgefühl, schnelle Reaktionen und Erfahrung mit Wänden mit. Umgewöhnen müssen sie sich an das Netz, das Doppel und daran, dass der Ball erst nach dem Aufsprung an die Wand darf. Die Grundlagen sitzen meist nach wenigen Stunden.
Squash ist bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles erstmals im Programm. Padel ist bisher nicht olympisch, der Weltverband International Padel Federation arbeitet aber an der Aufnahme. Bei anderen internationalen Multisport-Events ist Padel bereits vertreten.
Ein Squash-Match über drei Gewinnspiele dauert im Hobbybereich oft 30 bis 60 Minuten, weil die Belastung sehr hoch ist. Padel wird meist für 60 bis 90 Minuten gebucht. In dieser Zeit spielt ein Doppel in der Regel zwei bis drei Sätze.
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