Padel Regeln an der Wand: acht Fälle für den Schiedsrichter
Das Glas ist dein Freund, das Gitter dein Feind. Wir erklären die Grundregel an der Wand und zeigen acht echte Situationen samt Entscheidung und FIP-Regel.
- Boris Brodbeck
- 5 Min. Lesezeit
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Inhaltsverzeichnis
Im Tennis muss ein Schiedsrichter im Kern eine Frage beantworten: drin oder draußen. Im Padel reicht das bei weitem nicht. Denn hier entscheidet die Wand mit, und genau deshalb sind die Padel Regeln an der Wand die kniffligsten des ganzen Sports. Wir zeigen dir die Grundregel dahinter und danach acht echte Situationen, jeweils mit der Entscheidung und der passenden FIP-Regel.
Warum die Padel Regeln an der Wand schwerer sind als im Tennis
Im Tennis endet der Ballwechsel, sobald der Ball den Boden außerhalb der Linien trifft. Im Padel dagegen fängt es da erst an. Der Ball darf nämlich weiterfliegen, an die Scheibe springen, ans Gitter gehen und trotzdem im Spiel bleiben. Deshalb muss der Schiedsrichter nicht nur sehen, wohin der Ball fliegt, sondern vor allem in welcher Reihenfolge er was berührt.
Genau das macht es so schwierig. Traf der Ball zuerst den Boden oder zuerst das Glas? Aus zwei Metern Entfernung ist das oft schlicht nicht sicher zu erkennen. Kein Wunder also, dass genau diese Situationen zusammen mit der Netzüberschreitung die häufigsten Anfragen beim Video Review im Padel sind.
Die wichtigste der Padel Regeln an der Wand
Das Glas ist dein Freund, das Gitter ist dein Feind.
Die Grundregel lautet nämlich, dass der Ball zuerst auf dem gegnerischen Boden aufspringen muss. Danach darf er alles treffen, also Wand, Gitter oder Netzpfosten, und bleibt trotzdem im Spiel. Zum Court zählen dabei die Innenseiten der Wände, das Metallgitter, der Boden, das Netz und die Pfosten, wobei Gitter und Rahmen komplett als Gitter gelten.
Umgekehrt gilt: Fliegt dein Schlag direkt gegen die gegnerische Wand oder ans Gitter, ohne vorher aufzuspringen, ist der Punkt weg. Auf deiner eigenen Seite darfst du dagegen die Wand nutzen, denn der Ball darf erst deine eigene Wand treffen und dann ins gegnerische Feld springen. Berührt dein Schlag allerdings dein eigenes Gitter oder deinen eigenen Boden, verlierst du den Punkt. Die Wand hilft dir also, das Gitter bestraft dich.
Die wichtigsten Regeln beim Padel Aufschlag
1. Der Aufschlag springt im Feld auf und trifft danach das Gitter.
Entscheidung: Fehler. Berührt der Ball nach dem Aufsprung im Aufschlagfeld das Metallgitter vor dem zweiten Aufsprung, ist der Aufschlag ungültig. Trifft er dagegen nur das Glas, zählt er ganz normal.
Regel 7.1 e
2. Dein Schlag geht direkt gegen die gegnerische Wand, ohne vorher aufzuspringen.
Entscheidung: Punkt verloren. Das gilt genauso, wenn der Ball vorher an deiner eigenen Wand war. Aufspringen muss er trotzdem zuerst.
Regel 13.1 g
3. Der Ball springt im gegnerischen Feld auf und bleibt oben auf der Mauerkante liegen.
Entscheidung: Punkt für dich.
Regel 15.1 b
4. Der Ball springt auf und verschwindet durch ein Loch im Gitter oder bleibt darin stecken.
Entscheidung: Punkt für dich.
Regel 15.1 a
5. Der Ball springt im gegnerischen Feld auf und fliegt dann aus dem Court, an die Decke oder ins Flutlicht.
Entscheidung: Dein Rückschlag war korrekt. Ohne erlaubtes Außenspiel ist der Punkt damit deiner.
Regel 14.1 d
6. Der Ball landet genau im Winkel, wo Wand und Boden zusammentreffen.
Entscheidung: Korrekt. Die berüchtigte Ecke zählt ganz regulär.
Regel 14.1 i
7. Beide Spieler eines Paars schlagen gleichzeitig nach dem Ball.
Entscheidung: Punkt verloren, denn nur einer darf den Ball spielen. Kein Doppelschlag ist es allerdings, wenn einer den Ball trifft und der andere dabei nur den Schläger des Partners erwischt.
Regel 13.1 o
8. Dein Schläger fällt dir aus der Hand.
Entscheidung: Punkt sofort verloren. Diese Regel ist neu seit 2026 und gilt genauso, wenn die Sicherheitsschlaufe reißt.
Regel 13.1 r Neu 2026
Die Let-Falle
Eine Regel kostet Amateure regelmäßig Punkte, obwohl sie kaum jemand kennt. Wer nämlich ein Let reklamiert, geht ein echtes Risiko ein.
Zunächst musst du sofort reklamieren. Spielst du erst weiter und beschwerst dich danach, hast du dein Recht auf ein Let bereits verloren. Anschließend entscheidet der Schiedsrichter, ob deine Reklamation berechtigt war. Und hier kommt der Haken: Findet er sie unberechtigt, verlierst du den Punkt. Ein Let zu fordern ist also keine Gratisoption, sondern eine Wette.
Ähnlich streng läuft es bei der Behinderung. Stört ein Spieler den Gegner absichtlich, geht der Punkt sofort an die Gegenseite. Passiert es unabsichtlich, wird der Punkt wiederholt. Beim zweiten unabsichtlichen Mal desselben Paars ist der Punkt allerdings ebenfalls weg.
Häufige Fragen zu den Padel Regeln an der Wand
Darf der Ball die Wand treffen, bevor er aufspringt?
Nein, jedenfalls nicht auf der gegnerischen Seite. Der Ball muss dort zuerst den Boden berühren. Auf deiner eigenen Seite darfst du die Wand dagegen nutzen.
Was passiert, wenn der Ball ans Gitter geht?
Auf der gegnerischen Seite bleibt er nach dem Aufsprung im Spiel. Trifft dein eigener Schlag dagegen dein eigenes Gitter, ist der Punkt weg. Beim Aufschlag zählt eine Gitterberührung vor dem zweiten Aufsprung als Fehler.
Zählt die Ecke zwischen Wand und Boden?
Ja. Springt der Ball genau in den Winkel aus Wand und Boden, ist der Rückschlag korrekt.
Was ist, wenn der Ball auf der Mauerkante liegen bleibt?
Dann gewinnst du den Punkt, sofern der Ball vorher im gegnerischen Feld aufgesprungen ist. Dasselbe gilt, wenn er in einem Loch im Gitter stecken bleibt.
Verliere ich den Punkt, wenn mir der Schläger aus der Hand fällt?
Ja, seit der Regelrevision 2026 sofort. Das gilt auch, wenn die Sicherheitsschlaufe reißt.
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Regeln kennen, Punkte gewinnen
Wer die Wandregeln beherrscht, gewinnt Punkte, die andere verschenken. Den kompletten Überblick findest du in unseren Padel Regeln, und wenn dich interessiert, wer diese Entscheidungen auf der Profitour trifft, liest du Padel Schiedsrichter werden.
Alle Regelangaben stammen aus dem offiziellen Regelwerk der International Padel Federation, Fassung gültig ab 01.01.2026. Nachlesen kannst du es beim Internationalen Padel-Verband (FIP).
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Gründer & Gesellschafter Padel4Players GbR
Boris Brodbeck ist Mitgründer von Padel4Players, einem deutschen Onlineshop für Padel-Schläger, Schuhe und Zubehör mit Marken wie NOX, Bullpadel, Babolat, HEAD und Dunlop. Als Unternehmer mit täglichem Einblick in den deutschen Padel-Markt schreibt er auf diesem Blog über Schläger, Ausrüstung und aktuelle Themen rund um den am schnellsten wachsenden Rückschlagsport Europas. Sein Wissen stammt aus der Praxis: Er testet Schläger selbst, tauscht sich mit Trainern und Clubs rund um Stuttgart aus und begleitet die wachsende Padel-Community in Baden-Württemberg. Im Blog bündelt er das in Kaufberatungen, Serien-Tests und Ratgebern zu Technik und Ausrüstung.
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