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Du kennst die Regeln besser als deine Mitspieler und fragst dich, wie man eigentlich Padel Schiedsrichter wird? Die Antwort überrascht viele: Die Ausbildung läuft nicht über einen deutschen Lehrgang, sondern international über die FIP, und der Deutsche Padel Verband übernimmt bei bestandenem Kurs die Kosten. Ich habe mir die offiziellen Unterlagen genau angeschaut und ordne ehrlich ein: zuerst die Einsatzlage in Deutschland, dann Voraussetzungen, Kurs, Kosten und Rollen, und schließlich die Frage, ob sich der Weg für dich lohnt.
Padel Schiedsrichter wirst du über den FIP-Kurs International Padel Referee (Level 1). Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 18 Jahren, gutes Seh- und Hörvermögen, ein Schulabschluss und eine gültige DPV-Lizenz. Die Anmeldung läuft über den Deutschen Padel Verband. Der Kurs umfasst sechs Online-Module auf Englisch oder Spanisch, danach folgen zwei Praktika bei internationalen Turnieren. Bei Erfolg übernimmt der DPV die Kursgebühr.
In Deutschland sind Schiedsrichter derzeit nur bei Turnieren der FIP-Serien und bei Premier Padel zwingend vorgeschrieben. So steht es beim Deutschen Padel Verband. Fangen wir also ehrlich an, denn diese Frage entscheidet über alles Weitere.
Bei allen anderen Wettbewerben sitzt schlicht niemand auf dem Stuhl, also weder bei den Turnieren der German Padel Series noch im Ligabetrieb. Dort klären die Spieler strittige Bälle unter sich. Daraus folgt zweierlei: Es gibt hierzulande nur einige lizenzierte FIP-Referees, weitere sind in der Ausbildung. Und die Einsätze sind rar und praktisch immer international. Wer Schiedsrichter wird, tut das nicht für den Heimatverein, sondern für die internationale Bühne. Wie der deutsche Turnierbetrieb aufgebaut ist, erklären wir im Beitrag Padel in Deutschland.
Für den FIP-Kurs musst du fünf Bedingungen erfüllen. Sie stehen so im offiziellen Kursdokument der International Padel Federation.
Zwei Punkte übersehen viele. Erstens brauchst du zwingend die Verbandslizenz, die beim DPV laut Gebührenkatalog (Stand August 2026) für Erwachsene 69 Euro im Jahr kostet. Zweitens meldest du dich nicht direkt bei der FIP an. Die Registrierung läuft über den nationalen Verband, der die Kandidaten auswählt und meldet. Wer sich ohne Verband anmeldet, zahlt bei der FIP 100 Euro mehr und landet in einem separaten Kontingent. Außerdem sind die Plätze knapp, denn jede Kursgruppe nimmt höchstens 20 bis 25 Teilnehmer auf.
Die Ausbildung besteht aus einem Online-Theorieteil mit sechs Modulen, zwei Prüfungen und einem Praxisteil bei internationalen Turnieren. Die FIP bietet den Kurs International Padel Referee (Level 1) mehrmals im Jahr an.
Der Kurs folgt einem Blended-Learning-Konzept und kombiniert vier Teile: angeleitetes Selbstlernen vor dem Unterricht, Live-Sitzungen über Microsoft Teams mit FIP-Ausbildern, Aufgaben und Fallstudien zu echten Spielsituationen und schließlich die Praxis. Die Anwesenheit ist Pflicht, mehr als zwei Stunden Fehlzeit sind nicht erlaubt.
| Modul | Inhalt |
|---|---|
| 1 | Spielregeln (Rules of play) |
| 2 | Technische Regeln der FIP Tour |
| 3 | Aufgaben und Abläufe des Schiedsrichters |
| 4 | Verhaltensregeln (Rules of conduct) |
| 5 | Auslosung und Spielansetzung |
| 6 | Berichte und Protokolle |
Ein Punkt ist entscheidend: Die Kurse gibt es nur auf Englisch und Spanisch, in getrennten Gruppen. Deutsch wird nicht angeboten. Ohne solides Englisch kommst du also nicht weit.
Die Note setzt sich aus Anwesenheit und Mitarbeit (10 %), Übungen und Fallstudien (10 %) sowie der Abschlussprüfung (80 %) zusammen. Die Prüfung ist in zwei Blöcke zu je drei Modulen geteilt, Unterlagen sind nicht erlaubt. Für das Bestehen aller Prüfungen hast du maximal ein Jahr Zeit. Wer danach noch offene Fächer hat, kann gegen 50 Euro pro Fach einen weiteren Versuch kaufen, sonst muss der gesamte Kurs wiederholt werden.
Danach folgt der Praxisteil, und genau der ist die eigentliche Hürde. Laut DPV sind zwei Praktika bei internationalen Turnieren verpflichtend, bevor du die Aufgabe selbständig übernehmen darfst. Die FIP gibt dir dafür bis zu 24 Monate nach bestandener Theorie Zeit, sonst verfällt der Theorieteil.
Dominics KlartextDie Theorie schaffst du von der Couch aus. Die Praktika nicht. Plan Urlaubstage und Reisekosten für zwei internationale Turniere ein, bevor du dich anmeldest. Genau daran scheitern die meisten, nicht an den Regeln.
Die Kursgebühr liegt laut FIP bei 350 Euro, wenn du dich über den nationalen Verband anmeldest. Wer sich ohne Verband direkt bei der FIP anmeldet, zahlt 450 Euro. Der Deutsche Padel Verband übernimmt bei erfolgreichem Abschluss die Kosten des Kurses. Damit ist die Ausbildung faktisch kostenlos, sofern du bestehst.
| Posten | Betrag | Wer zahlt? | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kurs über den DPV | 350 € | DPV bei Erfolg | Empfohlener Weg |
| Kurs direkt bei der FIP | 450 € | Du | Ohne Verband, laut FIP-Kursdokument |
| DPV-Lizenz Erwachsene | 69 € pro Jahr | Du | Pflicht für die Anmeldung |
| Zusatzversuch Prüfung | 50 € pro Fach | Du | Nur wenn Versuche aufgebraucht |
| Praktika | Reise und Unterkunft | Je nach Turnier | Vorab klären |
Das FIP-Diplom berechtigt je nach erreichtem Level zu fünf verschiedenen Aufgaben, von der Turnierleitung bis zum Einsteiger auf dem Platz.
Höchste Schiedsrichter-Autorität bei offiziellen internationalen Turnieren, mit oder ohne Preisgeld.
Ebenfalls bei offiziellen internationalen Turnieren im Einsatz.
Der Stuhlschiedsrichter, der einzelne Spiele bei offiziellen nationalen Turnieren leitet.
Unterstützt auf dem Platz bei offiziellen nationalen Turnieren.
Einstiegsrolle bei offiziellen nationalen Turnieren.
Der Chair Umpire ist die Rolle, die du aus dem Fernsehen kennst. Er sitzt erhöht am Netz, zählt die Punkte, entscheidet strittige Bälle und leitet bei Premier Padel den Videobeweis ein. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zum Video Review im Padel. Die kniffligsten Situationen für den Stuhl entstehen übrigens an Glas und Gitter, nachzulesen unter Padel Regeln an der Wand.
Ein guter Schiedsrichter fällt im Match kaum auf. Das schafft nur, wer jede Regel im Schlaf kennt.
Dominic Pflug Der Schläger-NerdVerlässliche, aktuelle Zahlen gibt es nicht, und das solltest du wissen. Weder die FIP noch Premier Padel veröffentlichen ihre Sätze. Die einzige öffentlich kursierende Zahl stammt aus dem Jahr 2023: Demnach erhielt ein internationaler FIP-Schiedsrichter rund 700 bis 900 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer pro Turnierwoche. Ob das heute noch zutrifft, lässt sich nicht belegen.
Einordnen lässt sich die Zahl trotzdem. Sie liegt etwa auf dem Niveau, das im Tennis auf den untersten Profistufen gezahlt wird. Top-Stuhlschiedsrichter der großen Tennistouren verdienen Berichten zufolge ein Vielfaches davon. Der Abstand zeigt vor allem eines: Padel ist noch deutlich weniger professionalisiert als Tennis. Mit dem Wachstum von Premier Padel dürfte sich das ändern.
Als Beruf lohnt es sich aktuell nicht, als Nebentätigkeit für Regelfans schon. Die Einsätze sind rar, in Deutschland praktisch nur bei FIP- und Premier-Padel-Turnieren, und die Vergütung liegt am unteren Ende des Profisports.
Wer den Sport liebt, die Regeln beherrscht und Englisch spricht, findet hier einen ungewöhnlich günstigen Einstieg in eine sehr kleine Gruppe. Wer lieber anderen das Spiel beibringen will, schaut sich den Weg zum Padel Trainer an. Interesse am Schiedsrichterkurs? Dann führt dein Weg über die Geschäftsstelle des DPV.
Für mich ist das eine klare Empfehlung, wenn du ambitioniert bist, Regeln liebst und dir zwei Turnierwochen im Ausland vorstellen kannst. Als Einsteiger ohne sichere Regelkenntnis solltest du dagegen erst ein, zwei Jahre spielen und die Padel Regeln wirklich verinnerlichen. Ein Job zum Leben ist es nicht, aber ein Platz in der ersten Reihe des Profi-Padels.
Egal ob du auf den Stuhl willst oder einfach selbst spielst: Mit dem richtigen Schläger macht jedes Match mehr Spaß.
Der Deutsche Padel Verband übernimmt die Kursgebühr von 350 Euro, wenn du den Kurs erfolgreich abschließt. Du brauchst allerdings eine gültige DPV-Lizenz, die für Erwachsene laut Gebührenkatalog 69 Euro im Jahr kostet. Reisekosten für die Praktika solltest du vorab mit dem Verband klären.
Der Theorieteil umfasst sechs Module und läuft über rund sechs Wochen mit Online-Sitzungen von je 90 Minuten, danach folgen zwei Prüfungstermine. Für die zwei verpflichtenden Praktika bei internationalen Turnieren gibt die FIP bis zu 24 Monate nach bestandener Theorie Zeit.
Ja. Die FIP bietet den Kurs International Padel Referee nur auf Englisch und Spanisch an, eine deutsche Variante gibt es nicht. Auch bei internationalen Turnieren ist Englisch die Arbeitssprache. Gute Englischkenntnisse sind deshalb praktisch Pflicht.
In Deutschland derzeit nicht. Die Einsätze sind zu selten und die Vergütung zu niedrig, Schiedsrichter sind nur bei FIP- und Premier-Padel-Turnieren vorgeschrieben. Die Tätigkeit ist eine Nebentätigkeit aus Leidenschaft. Mit weiterer Professionalisierung des Sports kann sich das ändern.
Nein. In Deutschland sind Schiedsrichter nur bei Turnieren der FIP-Serien und bei Premier Padel zwingend. Bei der German Padel Series und im Ligabetrieb regeln die Spieler strittige Bälle selbst. Fairness und Regelkenntnis aller Spieler sind dort deshalb besonders wichtig.
Grundsätzlich läuft die Anmeldung über den nationalen Verband, in Deutschland über den DPV. Direkte Anmeldungen ohne Verband behandelt die FIP als unabhängig, sie kosten mehr und laufen über ein separates Kontingent. Eine gültige Lizenz deines Heimatverbands brauchst du in jedem Fall.
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