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Der Gegner spielt einen Lob, du stehst am Netz und willst deine Position auf keinen Fall hergeben. Genau dafür gibt es die Bandeja im Padel. Kein Schlag ist so typisch für unseren Sport, und wenn mich jemand fragt, was er nach den Grundschlägen lernen sollte, ist meine Antwort fast immer: die Bandeja. Sie ist kein Gewinnschlag, sondern ein kontrollierter Überkopfball mit Unterschnitt, der dich vorne hält. Hier lernst du sie Schritt für Schritt, inklusive der typischen Fehler und drei Übungen für dein nächstes Training.
Die Bandeja im Padel ist ein kontrollierter Überkopfschlag mit Unterschnitt. Gespielt wird sie seitlich stehend im Kontinentalgriff, der Treffpunkt liegt vor dem Körper zwischen Schulter- und Kopfhöhe. Der Ball fliegt flach und langsam in die gegnerische Ecke oder an die Seitenwand. Ziel ist nicht der direkte Punkt, sondern die Netzposition gegen einen Lob zu halten.
Die Bandeja ist ein Überkopfschlag mit Unterschnitt, mit dem du nach einem Lob am Netz bleibst. „Bandeja“ ist Spanisch und bedeutet Tablett. Der Name beschreibt die Haltung beim Ausholen: Der Schläger liegt flach neben dem Kopf, als würdest du wie ein Kellner ein Tablett tragen. Aus dieser Position schneidest du den Ball von oben nach vorne und gibst ihm Rückwärtsdrall. Dadurch springt er nach der Rückwand kaum ab, und der Gegner kommt nicht in eine Angriffsposition.
Genau darin liegt der große Unterschied zum Tennis. Dort würdest du einen hohen Ball entweder schmettern oder dich zur Grundlinie zurückziehen. Im Padel wäre beides oft ein Fehler, denn wer das Netz verlässt, gibt die Kontrolle über den Punkt ab. Wie stark sich beide Sportarten sonst unterscheiden, liest du im Vergleich Padel vs Tennis.
Ein harter Padel Smash sieht spektakulär aus, kommt aber oft von der Rückwand zurück. Die Bandeja dagegen ist sicher und wiederholbar. Deshalb spielen auch Profis in den meisten Lob-Situationen eine Bandeja oder Víbora statt eines Smashes.
Die Bandeja gewinnt selten den Punkt. Sie sorgt aber dafür, dass du ihn nicht verlierst.
Boris Brodbeck Der vom CourtDu spielst die Bandeja, wenn ein Lob über dich hinweg fliegt, du ihn aber noch vor dem Körper erreichst. Fliegt der Ball über dich, hast du grundsätzlich drei Optionen. Ist der Lob kurz und hoch genug, kannst du schmettern. Landet er tief in deinem Rücken, bleibt oft nur der Weg zur Wand oder ein Lob zurück. Dazwischen liegt genau das Feld der Bandeja: Der Ball ist zu tief oder zu weit hinten für einen sauberen Smash, du kommst aber noch gut darunter. Diese Situation gibt es in jedem Match dutzendfach, deshalb ist die Bandeja dein Standard.
Der Ball ist nicht kurz genug für einen Smash, aber du musst nicht zurück zur Wand.
Du willst die Netzposition halten und dich nicht nach hinten drängen lassen.
Der langsame Slice gibt dir und deinem Partner Zeit, euch wieder zu positionieren.
Die Bandeja Technik besteht aus vier Phasen: seitlich stellen, früh ausholen, vor dem Körper treffen und kontrolliert durchschwingen. Grundlage ist der Kontinentalgriff, auch Hammergriff genannt. Nur mit ihm kannst du die Schlagfläche öffnen und den Ball sauber anschneiden, ohne zwischen Volley und Überkopfball umzugreifen. Wie du ihn findest, zeigt unser Ratgeber zum Padel Griff.
Sobald du den Lob erkennst, drehst du dich seitlich. Als Rechtshänder zeigt deine linke Schulter zum Netz. Dann bewegst du dich mit Seitwärtsschritten zurück, niemals rückwärts laufend. So bleibst du im Gleichgewicht und behältst den Ball im Blick.
Hebe den Schläger früh seitlich auf Kopfhöhe, die Schlagfläche zeigt leicht nach oben. Deine freie Hand zeigt zum Ball. Das wirkt banal, hilft dir aber enorm bei Timing und Abstand und dreht deine Schulter automatisch in die richtige Position.
Der Ball bleibt vor deinem Körper, leicht rechts vom Kopf, zwischen Schulter- und Kopfhöhe. Liegt der Kontaktpunkt deutlich höher bei gestrecktem Arm, wird daraus eher ein Smash. Rutscht er hinter den Körper, verlierst du die Kontrolle.
Führe den Schläger flach von außen nach innen durch den Ball, die Fläche leicht geöffnet. So bekommt der Ball Unterschnitt und stirbt hinten ab, statt bequem von der Wand abzuspringen. Schwinge Richtung linke Hüfte aus, verlagere das Gewicht nach vorne und geh sofort zurück ans Netz.
Als Ziel wählst du am besten die Ecke zwischen Rückwand und Seitengitter oder die Seitenwand etwa auf Höhe der Aufschlaglinie. Dadurch bleibt der Gegner hinten gebunden, und du behältst die Initiative. Durch die Mitte zwischen beide Gegner ist die sichere Alternative, wenn du unter Druck stehst.
Fast alle Fehler bei der Bandeja haben zwei Ursachen: falsche Stellung und zu viel Tempo. Wer die Bandeja wie einen halben Smash prügelt, produziert vor allem Bälle, die von der Rückwand zurückkommen.
Boris‘ Fehler der Woche: Treffpunkt hinter dem KopfDen sehe ich in fast jedem Hobby-Match. Liegt der Ball schon hinter dir, ist die Bandeja nicht mehr sicher. Lass ihn in diesem Fall lieber durch und spiele ihn nach der Rückwand. Das ist besser als ein erzwungener Überkopfball ohne Kontrolle. Mehr typische Stolperfallen findest du bei den Padel Anfängerfehlern.
Die Bandeja hält die Netzposition, die Víbora macht Druck und der Smash soll den Punkt beenden. Die drei Überkopfschläge werden oft verwechselt, obwohl sie klar verschiedene Aufgaben haben. Die Víbora ist die aggressivere Schwester der Bandeja: mehr Handgelenk, mehr Seitschnitt, dadurch dreht der Ball nach dem Aufprall zur Seitenwand weg. Grundsätzlich gilt: Je mehr Power, desto größer das Risiko. Deshalb lernst du zuerst die Bandeja, sie ist die Basis für alles andere. Die Details zur Schwester liest du im Beitrag zur Víbora im Padel.
| Merkmal | Bandeja | Víbora | Smash |
|---|---|---|---|
| Ziel | Netzposition halten | Druck machen | Punkt beenden |
| Drall | Rückwärts (Slice) | Seitlich und rückwärts | Flach oder Topspin |
| Tempo | Langsam bis mittel | Mittel bis schnell | Hoch bis maximal |
| Treffpunkt | Vor dem Körper, Schulter- bis Kopfhöhe | Weiter seitlich, mit aktivem Handgelenk | Hoch über dem Kopf, Arm gestreckt |
| Risiko | Gering | Mittel | Hoch |
| Level | Ab Einsteiger mit sicheren Grundschlägen | Fortgeschrittene | Alle, als Abschluss auf kurze Lobs |
Faustregel: Kurzer, hoher Lob, smashen. Mittelhoher Lob, Bandeja. Ball hinter dir, durchlassen und nach der Wand spielen.
Die Bandeja lernst du nicht im Match, sondern durch Wiederholung, und zwar in Stufen. Starte mit Schattenschlägen ohne Ball: seitlich drehen, Seitwärtsschritte, flach durchziehen. Damit verankerst du den Ablauf, bevor der Zeitdruck dazukommt. Allein kommst du an der Wand weiter: Wirf dir den Ball hoch an die Rückwand und spiele ihn nach dem Absprung als Bandeja. Weitere Ideen dafür findest du im Guide Padel allein trainieren. Danach folgen diese drei Partnerübungen, plane für jede etwa zehn Minuten ein.
Dein Partner wirft dir hohe Bälle mit der Hand zu. Du stehst zwei Meter hinter dem Netz und spielst jeden Ball als Bandeja in die gegnerische Hälfte. Achte nur auf Stellung und Treffpunkt, nicht auf das Ziel.
Lege ein Handtuch in die gegnerische Ecke vor die Rückwand. Dein Partner spielt Lobs mit dem Schläger. Jede Bandeja, die im Viertel um das Handtuch landet, zählt einen Punkt. Wer schafft zuerst zehn?
Nach jeder Bandeja berührst du mit dem Schläger das Netz und läufst dann erst wieder zurück. So trainierst du automatisch den wichtigsten Schritt nach dem Schlag: die Rückkehr in die Netzposition.
Achte bei allen Übungen auf Kontrolle statt Tempo, denn genau darum geht es bei diesem Schlag. Wer die Übungen in eine feste Woche einbauen will, findet die Struktur im Padel Trainingsplan.
Boris‘ TippFür die Bandeja eignen sich runde und Tropfen-Schläger mit großem Sweet Spot besonders gut, weil sie ruhiger in der Hand liegen. Diamantformen verzeihen bei diesem Kontrollschlag weniger. Welche Form zu dir passt, erfährst du im Ratgeber zur Padel Schlägerform.
Die Bandeja ist der Schlag, der dich vorne hält, und genau dort gewinnst du im Padel die Punkte. Für Einsteiger mit sicheren Grundschlägen ist sie der erste Überkopfschlag, den du lernen solltest. Fortgeschrittene feilen an Platzierung und Schnitt, bevor sie zur Víbora greifen. Übe sie geduldig, denn sie zahlt sich in jedem Match aus. Probier es beim nächsten Training einfach aus: zehn Minuten nur Bandeja, nur Kontrolle.
Runde und Tropfen-Schläger mit großem Sweet Spot machen Kontrollschläge leichter. Schau dir unsere Auswahl an oder schreib uns, wir helfen dir bei der Wahl.
Bandeja heißt auf Deutsch Tablett. Der Name kommt von der Schlägerhaltung beim Ausholen: Der Schläger liegt flach neben dem Kopf, ähnlich wie ein Kellner ein Tablett trägt. Auch die flache Schlagbewegung nach vorne erinnert an dieses Bild.
Sie liegt dazwischen. Technisch ist die Bandeja ein Überkopfschlag aus der Netzposition, ihr Zweck ist aber eher defensiv. Sie sichert die Position am Netz gegen einen Lob und hält die Gegner hinten, statt den Punkt direkt zu gewinnen.
Für die Bandeja nutzen die meisten Spieler den Kontinentalgriff, auch Hammergriff genannt. Das ist derselbe Griff wie für Volleys, deshalb muss am Netz nicht umgegriffen werden. Nur mit diesem Griff lässt sich die Schlagfläche öffnen und der nötige Unterschnitt erzeugen.
Meist liegt der Treffpunkt hinter dem Körper, oder der Schlag geht von oben nach unten statt nach vorne. Springt der Ball hoch von der Rückwand ab, fehlt der Unterschnitt. Abhilfe: früher seitlich zurückbewegen, Fläche öffnen und den Ball nach vorne schieben und anschneiden.
Eine echte Rückhand-Bandeja ist selten und schwer. Auf der linken Seite laufen Rechtshänder den Ball meist um und spielen ihn mit der Vorhand. Gelingt das nicht, ist ein hoher Rückhand-Volley oder das Durchlassen zur Rückwand die sicherere Lösung.
Die Grundbewegung sitzt bei regelmäßigem Training oft nach wenigen Wochen. Bis die Bandeja im Match auch unter Druck sicher und platziert kommt, vergehen meist einige Monate. Schattenschläge, Wandübungen und Zuwurf mit Partner beschleunigen den Lernprozess deutlich.
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