Claudia Fernandez schlägt eine Bandeja mit seitlicher Körperhaltung auf Schulterhöhe

Bandeja im Padel: So spielst du den Schlüsselschlag

Inhaltsverzeichnis

Kein Schlag ist so typisch für unseren Sport wie die Bandeja. Die Bandeja im Padel dient nämlich nicht zum Punkten, sondern hält dich am Netz. Genau deshalb entscheidet sie über ganze Ballwechsel. Trotzdem machen Einsteiger dabei fast immer dieselben Fehler. In diesem Guide erfährst du, wozu die Bandeja dient, wie du sie Schritt für Schritt spielst, welche Fehler du vermeidest und wie du sie trainierst.

Was ist die Bandeja im Padel?

Die Bandeja ist ein Überkopfschlag mit Unterschnitt, den du etwa auf Schulterhöhe triffst. Ihr Name stammt aus dem Spanischen und bedeutet Tablett, denn die flache Bewegung erinnert daran, wie ein Kellner ein Tablett vor sich herträgt. Entscheidend ist allerdings ihr Zweck: Sie ist kein Angriffsschlag. Stattdessen hältst du mit ihr die Netzposition, sobald dich der Gegner mit einem Lob zurückdrängt.

Genau darin liegt der große Unterschied zum Tennis. Dort würdest du einen hohen Ball entweder schmettern oder dich zur Grundlinie zurückziehen. Im Padel wäre beides ein Fehler, denn wer das Netz verlässt, gibt die Kontrolle über den Punkt ab. Deshalb spielst du die Bandeja: Sie bringt den Ball kontrolliert zurück, hält den Gegner hinten und lässt dich vorne stehen. Wie stark sich beide Sportarten sonst unterscheiden, liest du übrigens im Vergleich Padel vs Tennis.

Wann du die Bandeja spielst

Die typische Situation ist der Lob. Fliegt der Ball über dich hinweg, hast du grundsätzlich drei Optionen. Ist der Lob kurz und hoch genug, kannst du schmettern. Landet er dagegen tief in deinem Rücken, bleibt oft nur der Lob zurück. Dazwischen liegt genau das Feld der Bandeja: Der Ball ist zu tief oder zu weit hinten für einen sauberen Smash, aber du kannst ihn noch vor dem Körper erreichen. Folglich ist die Bandeja dein Standard, denn diese Situation kommt in jedem Spiel dutzendfach vor.

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Seitlich zurückbewegen

Sobald der Lob kommt, drehst du dich seitlich zum Netz. Danach bewegst du dich mit Seitwärtsschritten zurück, niemals rückwärts laufend. Dadurch bleibst du im Gleichgewicht und behältst den Ball im Blick.

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Den Ball anvisieren

Deine freie Hand zeigt dabei nach oben zum Ball. Das wirkt banal, hilft dir aber enorm bei Timing und Abstand. Außerdem dreht sie deine Schulter automatisch in die richtige Position.

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Den Kontinentalgriff nutzen

Für die Bandeja brauchst du den Kontinentalgriff, auch Hammergriff genannt. Schließlich kannst du nur mit ihm die Schlägerfläche öffnen und den Ball sauber anschneiden. Wie du ihn findest, zeigen wir dir im Ratgeber zum Padel Griff.

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Auf Schulterhöhe treffen

Der Ball muss vor deinem Körper bleiben, und du triffst ihn etwa auf Schulterhöhe. Liegt der Kontaktpunkt höher, wird daraus ein Smash. Rutscht er dagegen hinter den Körper, verlierst du jede Kontrolle.

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Flach durchziehen und anschneiden

Jetzt führst du den Schläger flach von außen nach innen durch, mit leicht geöffneter Fläche. Dabei schneidest du den Ball an, sodass er Unterschnitt bekommt. Genau dieser Schnitt hält den Ball flach und lässt ihn hinten absterben, statt bequem von der Wand abzuspringen.

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Ausschwingen und sofort vor

Zum Schluss schwingst du kontrolliert Richtung Ziel aus und verlagerst dein Gewicht nach vorne. Anschließend gehst du sofort wieder ans Netz. Denn genau dafür hast du die Bandeja schließlich gespielt.

Als Ziel wählst du am besten die Ecke oder die Seitenwand auf Höhe der Aufschlaglinie. Dadurch bleibt der Gegner hinten gebunden, und du behältst die Initiative.

Die häufigsten Fehler bei der Bandeja

Fehler: 

Rückwärts laufen statt seitlich.

Besser: 

Dreh dich sofort seitlich und nutze Seitwärtsschritte, denn so bleibst du stabil und triffst den Ball vor dir.

Fehler: 

Zu viel Power wollen.

Besser: 

Behandle die Bandeja als Positionsschlag. Wer sie wie einen halben Smash prügelt, produziert nämlich vor allem Fehler.

Fehler: 

 Der Ball liegt hinter dem Körper.

Besser: 

Bewege dich früher zurück. Dadurch bleibt der Kontaktpunkt vor dir, und der Schlag wird überhaupt erst kontrollierbar.

Fehler: 

Kein Schnitt, nur flach geschoben.

Besser: 

Öffne die Fläche und schneide den Ball an, denn ohne Unterschnitt springt er hinten hoch ab und der Gegner greift sofort an.

Fehler: 

Nach dem Schlag hinten stehen bleiben.

Besser: 

Geh sofort wieder ans Netz, sonst war die ganze Mühe umsonst.

Bandeja, Vibora oder Smash?

Diese drei Überkopfschläge werden oft verwechselt, obwohl sie klar verschiedene Aufgaben haben. Die Bandeja ist der kontrollierte Positionsschlag mit Unterschnitt auf Schulterhöhe. Die Vibora liegt dagegen eine Stufe darüber: Du triffst sie höher, nutzt mehr Handgelenk und gibst dem Ball Seitschnitt, wodurch er aggressiv zur Seitenwand wegdreht. Der Smash schließlich ist der reine Punktschlag über dem Kopf mit voller Wucht. Grundsätzlich gilt dabei: Je mehr Power, desto größer das Risiko. Deshalb lernst du am besten zuerst die Bandeja, denn sie ist die Basis für alles andere.

Übrigens hilft dir bei diesen Schlägen auch das richtige Material. Kontrollorientierte Formen liegen ruhiger in der Hand, was die Bandeja spürbar erleichtert. Welche Form zu dir passt, erfährst du im Ratgeber zur Padel Schlägerform.

So trainierst du die Bandeja im Padel

Am schnellsten kommst du über Wiederholung voran, und zwar in drei Stufen. Zunächst übst du die Bewegung ganz ohne Ball, also als Schattenschlag: seitlich drehen, Seitwärtsschritte, flach durchziehen. Dadurch verankerst du den Ablauf, bevor der Zeitdruck dazukommt.

Danach nimmst du die Wand dazu. Wirf dir den Ball selbst hoch an die Rückwand und spiele ihn nach dem Absprung als Bandeja. Dadurch bekommst du viele Wiederholungen ohne Partner. Weitere Ideen dafür findest du in unserem Guide zum Padel allein trainieren.

Schließlich folgt das Spiel zu zweit. Dein Partner lobt dich von hinten immer wieder an, während du die Bandeja spielst und sofort ans Netz zurückkehrst. Trotzdem gilt: Achte dabei stets auf Kontrolle statt Tempo, denn genau darum geht es bei diesem Schlag.

Häufige Fragen zur Bandeja

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Was bedeutet Bandeja?

Bandeja ist Spanisch und heißt Tablett. Der Name beschreibt die flache Schlagbewegung, die daran erinnert, wie du ein Tablett vor dir herträgst.

Q

Wann spielt man eine Bandeja?

Immer dann, wenn dich ein Lob zurückdrängt und der Ball zu tief für einen sauberen Smash liegt. Sie hält dich dabei am Netz.

Q

Welcher Griff eignet sich für die Bandeja?

Der Kontinentalgriff, also der Hammergriff. Nur mit ihm öffnest du die Fläche und erzeugst den nötigen Unterschnitt.

Q

Was ist der Unterschied zwischen Bandeja und Vibora?

Die Bandeja triffst du auf Schulterhöhe mit Unterschnitt und spielst sie kontrolliert. Die Vibora triffst du höher, mit mehr Handgelenk und Seitschnitt, weshalb sie deutlich aggressiver ausfällt.

Q

Warum fliegt meine Bandeja zu lang oder zu hoch?

Meist liegt der Kontaktpunkt hinter dem Körper, oder es fehlt der Schnitt. Beweg dich also früher seitlich zurück und öffne die Schlägerfläche stärker.

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Bleib am Netz

Die Bandeja ist der Schlag, der dich vorne hält, und genau dort gewinnst du im Padel die Punkte. Übe sie geduldig, denn sie zahlt sich in jedem Match aus. Und falls dein Schläger dabei nicht mitspielt, hilft dir der Schläger-Finder in einer Minute weiter.

Angaben zur Technik basieren auf gängiger Padel-Lehre und Trainerpraxis. Mehr zum Sport beim Internationalen Padel-Verband (FIP).